Bläschen beim Lackieren von Wasserlack mit Walze

ProcessIng

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Hallo zusammen,

das Lackieren von Möbeln bereitet mir noch Schwierigkeiten. Das Ergebnis ist nicht so gut, wie ich mir das vorstelle. Daher frage ich mal um Rat, was ich besser machen kann (oder vielleicht ist meine Erwartungshaltung falsch). Leider finde ich online keine so umfassenden Informationen, die Einflüsse der einzelnen Parameter sinnvoll einschätzen zu können.

Zur Sache:
Wie auf dem angehangenen Foto zu sehen, bleiben immer Bläschen auf der lackierten Oberfläche. Stört sowohl das Auge als auch die Haptik.
Der Wechsel auf eine hochwertige Walze (Storch Unistar filt) hat das Ergebnis schon deutlich verbessert, aber es sind noch genügend Bläschen vorhanden.

Der Lack ist Zweihorn Variocryl VC-T9 als 1K unverdünnt 3 Mal lackiert, jeweils mit 400er Zwischenschliff.

Wie lässt sich ein besseres Ergebnis mit der Walze erzielen?
 

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TischlerTheo

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Hallo
könnte die Fläche in irgendeiner Weise mit Silikon in Kontakt gekommen sein?
Durch Werkzeuge, Silikon an der Kleidung, Silikonspray …
Sieht danach aus.
Grüße Theo
 

rafikus

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Bei mir war der Grund für Bläschen, dass ich zu fest gedrückt habe. Wenn ich den Lack schon verteilt habe, dann gehe ich nur noch ganz zart mit der Walze über die Fläche drüber. Das klappt bis jetzt selbst bei Schaumstoffwalzen ohne einen Herstellernamen.
 

derdad

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Wo hast du lackiert? Wie war die Temperatur von Holz Lack und Lackierraum?
Allgemeine Verdünnungsregel ist, beim ersten Auftrag bis zu 15% Verdünnung, beim Zweiten bis zu 20%.
LG Gerhard
 

ClintNorthwood

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Schlichtpinsel besorgen und das Ergebnis einer Spritzpistole ereichen ist kein bloßer Spruch.
Nach dem Rollen kreuzweise verschlichten.
 

ProcessIng

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Hast du bei Sonne im Freien lackiert, das könnte ein Grund sein.
Nein, war drinnen.

Verdünne doch mal beim ersten Auftrag den Lack etwas, dann sollte es funktionieren.
Die Oberfläche war vorher staubfrei ?
Warum genau soll beim ersten Auftrag verdünnt werden? Was bewirkt das?
Die Oberfläche war abgesaugt und mit Microfaser-Tuch abgewischt vor dem nächsten Durchgang.

Hallo
könnte die Fläche in irgendeiner Weise mit Silikon in Kontakt gekommen sein?
Durch Werkzeuge, Silikon an der Kleidung, Silikonspray …
Sieht danach aus.
Grüße Theo
Nein, damit arbeite nicht. Rückstände von Öl oder Fett schließe ich auch aus, da ich darauf achte.
Warum würde Silikon zu Bläschen führen? Ich würde erwarten, dass der Lack dann eher garnicht auf dem Holz hält und abblättern würde.

Bei mir war der Grund für Bläschen, dass ich zu fest gedrückt habe. Wenn ich den Lack schon verteilt habe, dann gehe ich nur noch ganz zart mit der Walze über die Fläche drüber. Das klappt bis jetzt selbst bei Schaumstoffwalzen ohne einen Herstellernamen.
Da werde ich beim nächsten Mal penibler drauf achten. Mache am Ende einen Durchgang die ganze Fläche nochmal in einer Richtung abzurollen (zumindest mit der Intention kaum aufzudrücken).

Schlichtpinsel besorgen und das Ergebnis einer Spritzpistole ereichen ist kein bloßer Spruch.
Nach dem Rollen kreuzweise verschlichten.
Das kann ich ausprobieren. Also mit Walze auftragen und anschließend nochmal mit dem Pinsel drüber. In wie weit muss der Pinsel getränkt sein? Warum nicht direkt mit Pinsel auftragen?
 

WinfriedM

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Für mich sieht es klar nach Luftblasen aus. Luftblasen kann man sich sehr schnell in Lacke holen und bekommt sie je nach Lack auch nur schwer wieder los. Das geht natürlich schon los, wenn du den Lack schüttelst. Die Rolle selbst bringt auch gerne Blasen rein. Da kommt es viel auf Details an. Langsam rollen kann z.B. helfen. Druck beim Rollen wurde auch schon angesprochen. Und Lackmenge, die man mit Walze aufnimmt spielt auch eine Rolle.

Bei dem Thema kann man oft nur genau beobachten und experimentieren, um herauszufinden, was zu Blasen führt und wie man die weg bekommt. Auch gibt es Lacke, die sich einfach nur schlecht mit Walze applizieren lassen.

Neigt der Lack nach dem Schütteln zur Blasenbildung, die sich auch nur schwer wieder auflösen?
 

SchweißerSchnitzer

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Hier hatte vor 5 Jahren schon mal jemand ähnliche Probleme. Damals wurde zur Fehlereingrenzung geraten, mal testweise nur mit dem Pinsel aufzutragen und zu vergleichen.

Ich persönlich hätte das Microfasertuch im Verdacht. Mit denen hab ich schon sehr blöde Microfusselerfahrungen gemacht.
 

jjoerg

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Hallo,
Ich mache inzwischen deutlich bessere Erfahrungen, wenn ich eine Teilfläche mit der Bearbeitung schnell abschließe, ansonsten habe ich den Eindruck, dass es antrocknet und nicht mehr gut verläuft.
Auf keinen Fall am Ende noch mal die ganze Fläche überarbeiten.
+1 für Schlichtpinsel
Viele Grüße
Jörg
 

ClintNorthwood

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Das kann ich ausprobieren. Also mit Walze auftragen und anschließend nochmal mit dem Pinsel drüber. In wie weit muss der Pinsel getränkt sein? Warum nicht direkt mit Pinsel auftragen?
Weil ein Auftrag mit der Rolle um Lichtjahre schneller geht als mit einem Pinsel und vor allen Dingen ein gleichmäßiger Farbauftrag viel unkomplizierter machbar ist.

Wer sich jemals die Mühe gemacht hat, nach dem Rollen mit so einem Pinsel mit Gefühl kreuzweise zu verschlichten, für den ändert sich die Maler- und Pinselwelt drastisch bezüglich der zu ereichenden Oberflächenqualität.
Bei richtiger Anwendung nimmt es ein Laie mit jedem erfahrenen Malermeister auf bezüglich der Oberflächenqualität. Besonders bei wasserlöslichen Lacken. Alle Erinnerung an Bläschen verblasst dann mit der Zeit.
Voraussetzung sind allerdings gewisse motorische Fähigkeiten... Oder die Motivation zu üben.
Diese Pinsel halten gefühlt ewig wenn man die Pinsel rechtzeitig reinigt, BEVOR die Farbe ins letzte obere Drittel kriecht. Und sorgfältig lagert nach dem gründlichen Auswaschen.
Was mich immer wieder auf´s neue überrascht bei versauten Oberflächen, ist der Erstversuch auf der "wichtigen" Seite.

Wieso probieren so viele nicht ihre Fähigkeiten auf der Unterseite aus wenn machbar? Meine das jetzt allgemein.

Einfach bei Pinselkönig anrufen bei Fragen.
 

Der alte Wagner

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1.) Satt und mit kräftigem Druck auftragen und kurz warten bzw. Zeit anderweitig nutzen.

2.) Ohne jeglichen manuellen Druck, nur mit Walzeneigengewicht, nachrollen, zum Aufreißen der unter 1.) erzeugten Blasen.
 

Uranus

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Für mich sieht das wie Trocknungsbläschen aus, wenn die untere Schicht nicht ganz durchgetrocknet wurde.
Bläschen beim Walzen hat man leider öfters, man muss sich beim Walzen auf die Viskoität etwas einstellen, also die Geschwindigkeit runter bei der Schlichtung oder die Verdünnung etwas erhöhen.
Kleine Bläschen kann man "wegbrennen", am besten funktioniert das mit gut Abstand mit dem Bunsenbrenner. Mit etwas Hitze platzen die Bläschen durch die Wärme auf und der Lack verläuft nach.
Schaumstoffwalzen neigen per se zu Blasenbildungen.
 

ok.58

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Ich hatte früher genau die gleichen Probleme. Egal was für Rollen ich verwendet habe, ob Textil oder Schaumgummi, ob verdünnt oder unverdünnt, mit oder wenig Druck beim Rollen, das Ergebnis war nie wirklich zufriedenstellend.
Ein Kumpel von mir macht viel mit Epioxidharz. Bei dem hab ich mal gesehen, daß er unmittelbar nach dem Gießen die Luftblasen mit einem kleinen Gasbrenner entfernt.
Ich hab dann mal mit der Heißluftpistole experimentiert, das geht wunderbar. Sobald ein Teil gestrichen ist, die Farbe, Lack oder Lasur muß noch nass sein, kurz mit der Heißluftpistole drüberwedeln, dann verschwinden die Blasen. Wenn man da gegen das Licht schaut, sieht man richtig wie sich die Oberfläche entspannt bzw. glättet. Natürlich nicht volle Pulle draufhalten, nur leicht und nicht mit voller Hitze, sonst gibt es richtige Blasen, weil die Farbe verbrennt. :emoji_wink:
 

dsdommi

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Hallo,
Ich mache inzwischen deutlich bessere Erfahrungen, wenn ich eine Teilfläche mit der Bearbeitung schnell abschließe, ansonsten habe ich den Eindruck, dass es antrocknet und nicht mehr gut verläuft.
Auf keinen Fall am Ende noch mal die ganze Fläche überarbeiten.
+1 für Schlichtpinsel
Viele Grüße
Jörg
Hier ist nicht die Rede von einem normalen Pinsel. Hier ist ein Schlichtpinsel gemeint.
Ich weiß nicht ob ich es richtig mache , aber die Ergebnisse sind Top. Den Schlichtpinsel nicht in die Farbe tauchen. Wenn ich eine Fläche gerollt habe, dann gehe ich mit dem Schlichtpinsel in die noch nasse Farbe, ohne Druck drüber. Der Pinsel nimmt überschüssige Farbe auf und " verteilt " sie sozusagen gleichmäßig. Wie erwähnt weiß ich nicht ob ich das Fachgerecht mache. Aber der Glanzgrad der getrockneten Farbe ist viel gleichmäßiger.
Habe vor paar Tagen profilierte Kunstoffleisten lackiert.
Zunächst mit einem normalen Acryllack -Pinsel Farbe recht dick aufgetragen. Nach dem schlichten nicht eine einzige Nase zu sehen , und das Ergebnis ist wirklich klasse.
Übrigens, wann immer möglich verwende ich keine Wasserlacke mehr. Die verlaufen imho viel schlechter als Lösungsmittellack.
Und Achtung. Wie bei normalen Pinsel gibt es auch Schlichtpinsel für Wasser und Lösemittelfarben
Gruß dsdommi
 

uli2003

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Hier wird ein für Spritzapplikation eingestellter Lack gerollt. Im Lack sind sicherlich weniger Entschäumer, weil der Lack normalerweise gesprüht wird. Zusammen mit dem höheren Auftrag durch das Rollen sind Luftblasen nicht ungewöhnlich.
Ein Schlichtpinsel könnte sie beseitigen, falls der Lack nicht schon angezogen ist..
 

magmog

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Rasputin

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Verdünnung, Verdünnung, Verdünnung.

Ich hatte ein ähnliches Problem mit Farblack.
Sauberst geschliffen, gefüllert, geschliffen, lackiert.
Gleiches Problem.

Mit der richtigen Verdünnung konnte sogar bei mir im Keller eine ansehnliche Oberfläche herstellen.
Mein Oberfächen-Guru hat mich kopfschüttelnd angeschaut, nachdem ich gesagt habe, dass ich ohne Verdünnung lackiert hab.

Ich hab mit Schaumstoffwalzen ausm Baumarkt lackiert.
 

mauser

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Hallo Michael,

ich vermute das du beim ersten Lackauftrag vielleicht zu viel Material genommen hast.
Die Luft in den Poren müssen entweichen können.
Gerade bei stehende Teilen die lackiert werden, nebel ich die Oberfläche mit dem Lack nur leicht an => zweiter Auftrag hält besser und „Läufer“ werden minimiert.

Mit freundlichen Grüßen,

Mauser
 
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