Sperrholz als Fassadenmaterial und Dachhaut?

idasenpop

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Hallo zusammen,

ich wende mich mal mit einer Frage zu Sperrholz als Fassadenmaterial an euch. Ich will in diesem Frühjahr eine Gartenhütte zimmern und habe mir Gedanken zum Aufbau der hinterlüfteten Fassade bzw. zum Fassadenmaterial gemacht.
Eigentlich ist der Plan Dach und Fassade mit dem selben Material zu bekleiden.
Dann kommt man sehr schnell zur Blechverkleidung aus Zinkblech oder Alu.

Bei einem Besuch im Wuppertaler Zoo habe ich dann ein Gebäude gesehen, das eine gestrichene Sperrholzfassade hatte. Das fand ich insofern interessant, weil sich der Werkstoff einfach verarbeiten lässt, und man schnell große Flächen verkleiden kann.
Zusätzlich könnte man mit der Maserungsrichtung der Platten gestalterisch spielen.

Die Fragen die sich mir gestellt haben waren folgende:
Wenn man eine Fassade (ohne Dachüberstand) plant, welches Sperrholz oder Holzwerkstoff und welcher Anstrich würde sich dafür am besten eignen und könnte man nicht auch ein Satteldach damit belegen?

Vielleicht habt ihr da einen oder mehrere Tipps für mich, in welche Richtung ich mich weiter informieren kann. Ich bin für alle Hinweise dankbar.

Besten Gruß Victor
 

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Fichtenelch

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und könnte man nicht auch ein Satteldach damit belegen?
Kommt drauf an welche Stärke und wie weit die Sparrenfelder auseinander sind.
Welche Abmaße haben denn deine Platten und warum willst du überhaupt Platten aufs Dach legen?

In Bezug auf Fassade weiß ich nicht ob es was bringt, da müsste man erst ermitteln wie verleimt wurde, nicht alle Platten sind für außen geeignet, z.B Buche.
 

Holzwerker1984

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Bist du sicher, dass das ein Sperrholz ist und nicht zB HPL in Ausführung für Fassadenanwendungen?

Sperrholz halte ich hier für ungeeignet. Sogar beschichtete und wasserfest verleimte Platten geben da nach ner Zeit den Geist auf. Zumal die beschichteten Platten auch sehr dicht sind und je nach Wandaufbau und Nutzung ein Feuchteproblem entstehen kann.
 

idasenpop

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Kommt drauf an welche Stärke und wie weit die Sparrenfelder auseinander sind.
Welche Abmaße haben denn deine Platten und warum willst du überhaupt Platten aufs Dach legen?
Die Sparren haben ca. 50cm Achsabstand, Ich will aber eigentlich noch ne Platte oben drauf machen und die dann regendicht belegen (Bitumenbahn o.ä.)
Die Platten will ich eigentlich der Optik wegen aufs Dach machen, damit Fassade und Dach aus "einem Guss" sind. Es ergeben sich ein paar nicht ganz einfache Anschlussdetails, aber die bekomme ich gelöst.
Bist du sicher, dass das ein Sperrholz ist und nicht zB HPL in Ausführung für Fassadenanwendungen?
Ja, ich hab zwar kein Foto von den Schmalseiten gemacht, hab aber extra nachgeguckt, weil ich mich übers Material bei dem Bau gewundert habe.
Das kann auch zementspanplatte sein...
Ab jetzt vorurteilsfrei.
Dafür gibts tatsächlich gelungene Architekturbeispiele, aber das Material mag ich beim Tragen und bei der Verarbeitung nicht besonders.

Vielleicht muss ich mich dann doch in Sachen Stehfalzdeckung schlau machen. Wenn ich es machen lasse, muss ich im Kölner Raum mit 150€/qm Netto rechnen.

Vielen Dank auf jeden Fall für eure Mithilfe beim Denken!
 

Holzwerker1984

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Hast du da mal n Beispiel? Link? Bild?
……..es werden jährlich zigtausende m2 Fassaden und sonstige Flächen aus 3-Schichtplatten gebaut.
Schön großflächig mit 5000 x 2000 mm.

Kann ich mir nur mit sehr gutem kunstruktivem Holzschutz vorstellen. Was heute bevorzugt eingesetzt wird, statt das Holz zu behandeln.
 

Fichtenelch

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Die Platten will ich eigentlich der Optik wegen aufs Dach machen, damit Fassade und Dach aus "einem Guss" sind
Das muß aber eigentlich nicht sein,oder?

Wie stark sind die Platten?

es werden jährlich zigtausende m2 Fassaden und sonstige Flächen aus 3-Schichtplatten gebaut.
Schön großflächig mit 5000 x 2000 mm.
Wir dürfen in diesem Fall aber nicht vergessen das kein Dachüberstand eingeplant ist.
 

idasenpop

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Das muß aber eigentlich nicht sein,oder?

Wie stark sind die Platten?
Eine technische Notwendigkeit besteht dafür nicht, eine gestalterische schon. Aber ich kann es halt auch mit Zink- oder Trapezblech machen.

Ich dachte so an 12mm Stärke für die Verkleidung.

Ich hab auch mal ein schönes Projekt aus der Schweiz gefunden, da sind Dach und Fassade allerdings mit einer Stulpschalung aus thermisch behandelter Fichte bekleidet.

https://prixlignum.ch/de/279/projek...ignum/3241/wohnraumerweiterung-atelier-fuchs/

Als ich dann das Gebäude in Wuppertal gesehen habe, hab ich mich gefragt, ob ich es nicht auch mit behandeltem/beschichtetem Sperrholz machen könnte.

Ich hab aber selbst kein Produkt gefunden.
 

Johannes

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Hallo
ich habe einen Geräteschuppen aus 20mm Seekiefer Sperrholz gebaut, vor ca. 4 Jahren. Da sind in den Ecken einfach nur 34x34mm Leisten eingeschraubt und das Ganze von außen mit Falün rot gestrichen. 421C3F8E-64A9-4BCB-AAD0-D0FE6B45F2B7.jpeg
Als Dach ist da eine Hälfte Doppelstegplatte und eine Hälfte 6mm Trespa drauf. Dachüberstand ca. 8cm, da die Platten nur 2m lang waren.

Es grüßt Johannes
 

Fichtenelch

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Eine technische Notwendigkeit besteht dafür nicht, eine gestalterische schon.
Ja das ist natürlich richtig.
Gestalterisch ist erlaubt was gefällt.
Technisch sieht's da anders aus.
Ich sage mal so, wenn du tatsächlich alle 50 cm einen Sparren hast, dann hau die Platten aufs Dach, da wird nichts durchbiegen.
Auch bei der Dachrinne sehe Ich keine Probleme wenn du bei jedem Sparren ein Rinneisen setzt.
Ist mit 50cm zwar etwas eng, aber auf 12mm starkes Sperrholz braucht man kein Rinneisen schrauben, zumal dies auch eingelassen werden sollte und sich somit die 12mm Stärke auf 7mm verkleinern da das Rinneisen 5mm stark ist.

Sieht interessant aus!

Ich weiß nicht ob man Sperrholz für diese Anwendung nehmen kann.
Als stülpschalung erfüllt es bestimmt seinen Zweck.
Aber es ist halt wesentlich teurer.
 
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