Anbei mein kleiner Erfahrungsbericht, wie es sich "anhört", wenn sich des Messer in einer Klappmesserwelle verabschiedet...
Super gepflegte Kellermaschine (mit schwerem Manitou Lader und THW Unterstützung aus Kellerfenster geborgen), schätze aus den 50ern oder 60ern von Aldinger Stuttgart. Besitzer verstorben und so kam das 1300kg Teil in meinen Besitz. Ein paar Sicherheitsvorkehrungen wie eine Wellenabdeckung und etwas Liebe nachgerüstet.
Nach Recherche in diesem Forum war mir bewusst: Klappmesserwelle!
Dann fast ausschließlich als Dickenhobel verwendet... wenn der massive Schutz drauf ist wird schon nix passieren.
Nachdem wir die Maschine mit dem Lader mal wieder transportiert haben, war sie total verstellt und ein Nagel war auch mal dabei. 6 Stunden Wartung und Einstellung und ein neuer Satz Messer später, war alles wieder perfekt.
Also in Deckung gehen und erstmal 5 Minuten anlaufen lassen, alles gut... dann 5 Minuten Eichenbohlen durchgeschoben, plötzlich ein dumpfes Klirren - wie wenn man eine volle, verschlossene Speziflasche aus 3 Metern Höhe auf Beton fallen lässt.
Schlagartig war mir klar was los war. Glücklicherweise war die Garage komplett offen und ich auf der Ausgabeseite. Bin sofort ums Eck gerannt. Dann hab ich gewartet. Und das war das zweite Glück. Circa 20 bis 30 Sekunden später fiel die zweite "Speziflasche" zu Boden. Eine Minute später bin ich mit über den Kopf gezogenen Winterjacke zur Starkstromsteckdose gekrochen und hab meiner geliebten Maschine gelauscht wie sie ihre letzten Umdrehungen macht und danach für immer schweigt.
Danach hab ich mich abgetastet - wirklich- von Kopf bis Fuß mit der Erinnerung an Erzählungen von Menschen die von Granatsplitern getroffen wurden und das erstmal nicht bemerkt hatten. Nirgends Blut - Glück gehabt!
Zwei Tage später, als der Schock verflogen war, hab ich mir die Messer angeschaut, beziehungsweise wollte ich das. Das einzige was von zwei 41cm Messern über war, war ein Stück so groß wie ein halber Daumen - der Rest war mehr oder weniger pulverisiert.
Warum das Messer geflogen ist, weiß ich wohl auch: zwei der haltenden Muttern hatten Haarrisse bis außen, hab ich sie zu fest angezogen? War der Temperaturunterschied zu groß ( in der Garage hatte es um die 0 Grad)? Oder war es Ermüdung des Materials, das knapp doppelt so alt ist wie meiner Einer?
Kurz und Knapp: nicht nachmachen oder den Schutzengel genauso gut behandeln wie ich es tue...
LG Jiri