Die gefährliche.... verbotene Hobelwelle

brubu

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Hallo
Gilbert ist bekannt, da wird aber eher grob vorgehobelt. Die schnellste Maschine die ich gesehen habe hatte max. 600m/min. Vorschub.
Fabrikat weiss ich nicht mehr, ist aber eine europäische gewesen. Die Hobelköpfe hatten ca 30cm Durchmesser und 20 Streifenmesser.
Den Betrieb gibt es leider nicht mehr, Mayr-Melnhof liess ihn in Insolvenz gehen. https://www.suedostschweiz.ch/wirts...grösste-sägewerk-der-schweiz-domatems-konkurs
Gruss brubu
 

Kerstenk

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Schade, dass man nicht erfährt mit wie vielen Messern, welchem Wellendurchmesser und welcher Schnittgeschwindigkeit gearbeitet wird und das fertige Produkt nicht zu sehen ist.
wenn man den Vorschub man nimmt, dann sind das 20m/sec. nicht viel langsamer sie eine 100mm Hobelwelle bei 5000u/min was 26m/sec sind. Das heisst für sich gesehen sind die 1200m/min schon fast ausreichend ein Hobelmesser hinzuhalten :emoji_slight_smile:
Der Vorschub addiert sich also noch dazu.
Die Hobelqualität soll für Zimmereiarbeiten ausreichend sein, so habe ich an anderer Stelle gelesen, also keine Möbelqualität.
 

fahe

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...auf der von Carsten verlinkten Site kann man doch lesen, was für Wellen in dem Teilchen verbaut werden.

Cutting circle 16’’ up to 42 knives

Upps. :emoji_astonished:
 

Andreas W.

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Hallo i.d. Runde,

Kerstnks Video ist vor einigen Monaten schon mal verlinkt worden, da sind in der Erinnerung auch schon ein paar Worte dazu gefallen.

Die Firma, die den Hobel betreibt, ist ein "Großer" im Land, bezogen auf alles, was mit Schnittholz und Nebenprodukte zu tun hat.

Im Video werden "2x4"-Hölzer gehobelt (imperiale Maße...), Fertigmaße 38/89 mm, offensichtlich Konstruktionshölzer für den Export in irgendein Land, das sich noch auf das metrische System freuen darf.
Empfangstresen oder Wohnzimmertische werden das nicht werden.

Die Maschine ist beeindruckend, im Video wird ja auch erwähnt, daß Aufwendiges auch vor und hinter der Maschine passieren muß.

Ein nicht ganz kleiner hiesiger Hersteller schafft mit seinem aktuellen Spitzenmodell gerade ein viertel der Masse in der Zeit.

https://m.weinig.com/de/massivholz/...hlmaschinen/hydromat-serie/hydromat-4000.html

Hatte aber auch mal ein Modell, das 600m/min. geschafft hat. Basierend auf zugekaufter bzw. aufgekaufterTechnik des ehemaligen schwedischen Herstellers Waco.

fahe hat es ja schon verlinkt, die Hobelwellen haben etwas mehr, als zwei gegenüberliegende Messer.
Daß die Schneiden exakt verbaut werden müssen und der Schneidenuberstand exakt passen muß, dürfte klar sein.
Interessant die Technik dazu:

https://m.weinig.com/de/massivholz/werkzeuge.html

https://m.weinig.com/de/massivholz/werkzeuge/joint-technologie.html

Gruß, Andreas
 

Kerstenk

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war auch schon dran mir hier https://www.sheartak.com/ eine zu besorgen, aber das ist schon recht teuer. Sich eine selber zu machen, hat was. Wenn die Messer nicht zu 100% genau sitzen, dann ist das Hobelbild nicht so dolle, kenne ich vom Fräskopf her, frische Messer und alles ok, aber nach einer Weile können sie die Platten minimal drehen und das Bild ist hin.
 

Jiri

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Anbei mein kleiner Erfahrungsbericht, wie es sich "anhört", wenn sich des Messer in einer Klappmesserwelle verabschiedet...

Super gepflegte Kellermaschine (mit schwerem Manitou Lader und THW Unterstützung aus Kellerfenster geborgen), schätze aus den 50ern oder 60ern von Aldinger Stuttgart. Besitzer verstorben und so kam das 1300kg Teil in meinen Besitz. Ein paar Sicherheitsvorkehrungen wie eine Wellenabdeckung und etwas Liebe nachgerüstet.

Nach Recherche in diesem Forum war mir bewusst: Klappmesserwelle!

Dann fast ausschließlich als Dickenhobel verwendet... wenn der massive Schutz drauf ist wird schon nix passieren.

Nachdem wir die Maschine mit dem Lader mal wieder transportiert haben, war sie total verstellt und ein Nagel war auch mal dabei. 6 Stunden Wartung und Einstellung und ein neuer Satz Messer später, war alles wieder perfekt.

Also in Deckung gehen und erstmal 5 Minuten anlaufen lassen, alles gut... dann 5 Minuten Eichenbohlen durchgeschoben, plötzlich ein dumpfes Klirren - wie wenn man eine volle, verschlossene Speziflasche aus 3 Metern Höhe auf Beton fallen lässt.

Schlagartig war mir klar was los war. Glücklicherweise war die Garage komplett offen und ich auf der Ausgabeseite. Bin sofort ums Eck gerannt. Dann hab ich gewartet. Und das war das zweite Glück. Circa 20 bis 30 Sekunden später fiel die zweite "Speziflasche" zu Boden. Eine Minute später bin ich mit über den Kopf gezogenen Winterjacke zur Starkstromsteckdose gekrochen und hab meiner geliebten Maschine gelauscht wie sie ihre letzten Umdrehungen macht und danach für immer schweigt.

Danach hab ich mich abgetastet - wirklich- von Kopf bis Fuß mit der Erinnerung an Erzählungen von Menschen die von Granatsplitern getroffen wurden und das erstmal nicht bemerkt hatten. Nirgends Blut - Glück gehabt!

Zwei Tage später, als der Schock verflogen war, hab ich mir die Messer angeschaut, beziehungsweise wollte ich das. Das einzige was von zwei 41cm Messern über war, war ein Stück so groß wie ein halber Daumen - der Rest war mehr oder weniger pulverisiert.

Warum das Messer geflogen ist, weiß ich wohl auch: zwei der haltenden Muttern hatten Haarrisse bis außen, hab ich sie zu fest angezogen? War der Temperaturunterschied zu groß ( in der Garage hatte es um die 0 Grad)? Oder war es Ermüdung des Materials, das knapp doppelt so alt ist wie meiner Einer?

Kurz und Knapp: nicht nachmachen oder den Schutzengel genauso gut behandeln wie ich es tue...

LG Jiri
 
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