Alte barhocker möglichst glänzend lackieren?

Max B.

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Hallo liebes Forum,

Ich have vor einige barhocker "aufzubereiten". Den Begriff hochglanz hätte ich auch gleich in Anführungszeichen setzen können. Ich weiß bzw habe hier schon gelesen, dass dies für Laien und bei nicht perfekten Untergründen sehr schwierig ist. Also muss ich schauen mit welchem Kompromiss ich arbeiten werde.
Ich hoffe ihr könnt auf den Bildern in etwa sehen wie das Ausgangsmaterial beschaffen ist. Die hocker sind eindeutig gut benutzt worden. Haben Kratzer und auch größere Dellen. Diese stören mich auch nicht unbedingt, ich könnte Kir aber vorstellen dass der Arbeitsprozess dadurch beeinflusst wird.

Hier ist ein link der mir als ungefähre Inspiration dient: https://www.everlast.com/products/boxing-ring-corner-stools

Diesen farbglanz würde ich gerne mindestens erreichen. Gleichzeitig aber auch soweit es irgendwie geht auf die Spitze treiben. Quasi klavierglanz im bestenfalls. Aber innerhalb dieses Spektrum werde ich glücklich sein. Falls das wichtig ist: die hocker sollen nicht in übermäßiger Beanspruchung sein, klar schon mal drauf sitzen sollte man können, aber die lackierung muss nicht tägliche Benutzung aushalten können.

Gleichzeitig bin ich kein Profi. Ich habe nur ein improvisiertes Studio, keine Lackierkammer, hundertprozentig staubfrei ist sehr schwierig.
Ich habe aber eine airless Spritzmaschiene, ein Exzenterschleifer und durchaus etwas Zeit.

Ich kenne den Vorgang von filler, lack und polieren (wahrscheinlich vorher noch abbeizen?)

Nun frage ich mich aber: ist dieser Weg für mich ein verlorener Kampf? Mache ich mir das Leben damit unnötig schwer? Gibt es einen vllt einfacheren Weg zu einem guten bis sehr guten Ergebnis?

Danke für eure Zeit und Hilfe schon mal im voraus! Ich hoffe ich habe alle nötigen Infos hier drin.
 

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carsten

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Hallo

lose alte Farben entfernen. alles sauber anschleifen, evtl Fehlstellen mit 2K Spachtel spachteln. Wenn du spritzen kannst würde ich auch auf entsprechende Lacke setzen. Arbeite selbst meist mit Zweihorn. Da würde ich den Isolierfüller WIG IF nehmen.
Das wichtigste ist der Zwischenschliff, Farblack und Klarlack decken NIX ab heben Fehler eher hervor.
So runde Teile kann man halt nur per Hand schleifen. Würde auf sehr flexible Schleifpads setzen 3m SoftPads z.B. Korn 220 - 280 reicht für Stühle / Hocker.
Farblack dann entsprechend wigranit Buntlack. Klarlack reicht vermutlich der CL7 ( glänzend), sonst CL-H ( hochglanz)
 

Max B.

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Super vielen Dank, das macht doch schon mal Mut. Muss ich beim anschleifen auf etwas achten? Welche Körnung empfiehlt du dafür? Und wenn wir schon beim schleifen sind: kann ich die Flächen mit der Maschine schleifen oder lieber alles per Hand, damit alles gleichmäßig ist? Es sind insgesamt 10 hocker, also nehme ich gerne jede Maschinenhilfe an...

Und auch danke für die lack Tips. Kannst du grob überschlagen welche Mengen ich da bestellen sollte um meine 10 Hocker flott zu machen?
 

depitter

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ohne dir den Mut zu nehmen, ich fürchte genau so ein Ergebnis wirst Du nicht hinbekommen.
Wie es geht hat Carsten ja schon super beschrieben, ich weiss nicht wie das mit sehr guten Airlessgeräten wird, mit den preiswerten habe ich da keine gute Erfahrung gemacht. Umgebung mit Staub ist schwierig gerade bei Hochglanz siehst Du wirklich jedes Füsselchen ganz zu schweigen von irgendwelchen Viechern die sich auf den nicht ganz trockenen Lack setzen.
Wenn das Logo foliert wird empfehle ich Dir, das vor dem letzten Klarlack zu kleben.
 

carsten

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Hallo

Schleifen würde ich per Hand. Die eigentliche Sitzfläche KÖNNTE man mit einem weichen Teller eines Exzenters Schleifen. Einen echten Zeitvorteil sehe ich aber nicht.
Beim Logo bin ich bei depitter. Mit dem Folienlieferanten abklären, dass es eine Folie ist, die man überlackieren kann.

Menge ist schwierig. Aufgrund der Form gerade der Beine -stehend- wird es viel Overspray also Verlust geben.
 

Johannes

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Hallo Max,
ich würde als erstes die Hocker mit Spiritus abwaschen, um die Hocker etwas zu entfetten. Dann von Hand anschleifen mit Körnung 120 oder 150.
Dann mit weißem Füller 1-2 mal spritzen. Jetzt kannst du alle Macken sehen und spachteln. Jetzt nochmal Füller und anschließend wieder von Hand schleifen. Mit etwas Glück sind die Hocker jetzt fertig zum Lackieren.

Es grüßt Johannes

p.s.: Ja, das ist ziemlich viel Aufwand.
 

wirdelprumpft

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https://www.hesse-lignal.com/produkte/produktsuche/detail/brillant-color-db-44099-farbton/
Das ist ein Hochglanzfarblack der macht es normal etwas einfacher.
Das Logo ist schwierig ohne Versatz hinzubekommen.
würde vermutlich Füllern dann Farbig lackieren - das Logo irgendwo Plottern lassen so das die Buchstaben Freiraum sind
aufkleben das Logo weiß lackieren. Danach mit Klarlackfüller den Höhenunterschied ausgleichen und zum Schluss mit Hochglanzlack ablackieren.
Airless und Hochglanzlack an senkrechter runder Fläche wo unten noch ein Ring drin ist
halte ich für nicht machbar. Dafür ist der Hochglanzlack zu dünnflüssig.
Das ist mit Becherpistole schon schwierig.
Bei Becherpistole hat man Einfluss auf die Lack/Luft Menge und kann mit viel Luft und wenig Lack lackieren.



6658_5.jpg
 

Max B.

ww-pappel
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Vielen Dank für die Antworten!

Ich kriege auch langsam das Gefühl dass das mit meiner billigen airless vllt nicht die beste Idee ist. Es gibt sie lackprodukte ja auch in sprühdosen zu kaufen. Ist das für mich vllt die bessere Lösung? Mit der airless habe ich nur wenig Erfahrung. Bei der Verarbeitung von Lacken sogar garkeine.
 

Uranus

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Dann würde ich dir auch abraten.
Hochglanzlackieren ist eine Übungssache. Die Hauptarbeit ist die Vorbereitung bis zur letzten Deck- oder Klarlackschicht. Alle Fehler die bis dahin nicht weg sind, bleiben und das ist oft das ärgerlichste. Die Folienapplikation halte ich für eher einfach, die kann man plottern lassen, aufkleben und überlackieren. Dazu muss alles sauber angeschliffen und druchgehärtet sein, erst dann kann die Folie drauf und anschließend der Klarlack.

Du kannst zB die Stuhlbeide theoretisch gut tauchen, das macht man zB bei Rundstäben im Treppenbau auch. Ob es Tauchlacke in Hochglanz gibt, weiß ich aber nicht. Aber die Vorarbeit bleibt.
Dein Wunsch-Ergebnis wirst du mit Airless nicht erreichen, da musst du zu einer Becherpistole greifen, brauchst natürlich dafür einen Kompressor und eine Pistole.

Polieren ist auch eine Übungssache, wenn man die Erfahrung aus Andruck, Geschwindigkeit und Politurmenge nicht hat, kann das das ganze Lackergebnis komplett ruinieren und man fängt von Vorne an.

Viele Topflacke gibt es in Dosen oder man kann sie in Dosen abfüllen lassen, aber da erzeugst du einen Berg von Müll und Dosenlacke sind deutlich teurer. Hättest du nur einen Stuhl, wäre das denkbar, aber bei der Menge seh ich das nicht als Alternative.
 

wirdelprumpft

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Spraydosenlack ist sehr dünn im schichtaufbau - für Hocker eher nicht geeignet
Ist halt die Frage wie wichtig das mit Polieren und Klavierlackoptik ist
Das ist halt ein brutaler Sprung in den Anforderungen.
Sonst könnte man glänzenden Bootslack in Farbe nehmen der lässt sich gut mit Pinsel - Walze auftragen und verläuft meist auch noch recht gut. Das Logo dann mit Folie aufkleben und nicht mehr Überlackieren sondern wenn verschlissen einfach austauschen.
Ich denke das ist für Hobbyhandwerker ne machbare Lösung
 

Max B.

ww-pappel
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Ok ich denke ich werde meine Ansprüche nach unten korrigieren. Hochglanz oder klavierlackoptik werde ich wohl einfach nicht hinbekommen, habe ich mir insgeheim auch schon vorher gedacht. Trotzdem sehr interessant zu hören wie ihr vorgehen würdet. Macht alles schön lackiertes noch beeindruckender als es eh schon ist.

Neues Ziel ist wohl eher halbwegs glänzend, Hauptsache sauber.

Zur Haltbarkeit: einen Monat müssen die nur bei mittelmäßigen Belastung durchhalten. Da mache ich mir weniger Sorgen. Danach dürfen sie gerne such etwas frische verlieren. Hätte ich wahrscheinlich vorher sagen können, aber grundsätzlich habe ich schon immer Interesse etwas so "richtig" wie möglich zu machen.

Ob hochglanz oder Glanz sei mal dahingestellt, den ungefähren weg habt ihr mir klar gemacht. Werde jetzt mal mit einem hocker anfangen und alles nach bestem gewissen ausprobieren. Mal schauen wo die Probleme beginnen : )

Danke euch!
 

hlzbt

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Habe sonst immer nur Boote und Zubehör gemacht, die sind aber auch unregelmäßig geformt; daher bin ich bei "robust und einfach zu verarbeiten" immer schnell bei Bootslack => robust und guter Glanz.
(Auf jeden Fall früher) sehr gut (die aktuelle Rezeptur kenne ich nicht): International Super Gloss HS

per Hand schleifen; falls der alte Lack nicht komplett entfernt werden soll: 120er bzw. größer
7 Schichten, Zwischenschliff, zum Ende mit 320er oder 400er
Entfetten, Honigtücher nach dem Schleifen (bzw. Mullbinden mit Lösungsmittel)
Staubfreier Boden, ggf. mit frischer Folie abdecken etc.
Ggf. nach dem VOLLSTÄNDIGEN aushärten noch mal überpolieren.

Ich würde auf Vollholz, auch verleimt, nicht unbedingt 2k-Lacke nehmen.
 
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